Mantrailing

Mantrailing ist die Suche nach vermissten Personen mit Hilfe von Hunden. Der Begriff stammt aus dem Englischen von man = Mensch und trailing = verfolgen.

Beim Mantrailing orientiert sich der Hund an der tatsächlichen Duftspur des Menschen, an seinem Individualgeruch. Diese Eigenschaften werden von den Rettungshundeführern dazu benutzt, um vermisste Personen auch in der Stadt aufzustöbern. Zurzeit wird Mantrailing in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Amerika von Rettungshundeführern ausgeübt, aber auch von Menschen, die ihrem Hund eine besondere Art der Auslastung bieten wollen.

Mantrailing ist die Suche mit einem Hund nach einem ganz bestimmten Menschen anhand seiner Geruchsspur. Wichtig ist es, den Unterschied zwischen Mantrailing und Fährtensuche zu verstehen, denn diese beiden Suchsparten unterscheiden sich grundsätzlich voneinander.

Bei der Fährtenarbeit geht man ausschließlich der Bodenverletzung, die durch Fußspuren, egal von wem sie stammen, nach.

Beim Mantrailing verfolgt der Hund nicht die Fußspur, sondern eine Spur (Trail), die ausschließlich aus den verlorenen Geruchspartikeln des gesuchten Menschen besteht. Das bedeutet, wenn der Gesuchte mit einem Fahrrad fährt, findet der Hund ihn auch, obwohl er keinen Fußtritt auf den Boden setzte.

Wichtig für jeden Hundeführer ist es zu wissen, dass jeder Mensch ständig eine Vielzahl an mikroskopisch kleinen Partikeln verliert, die vom Menschen wie Schneeflocken fallen und vom Wind verweht werden. Je nach Umfeld werden sie dann von Gebüschen, Mauerritzen, Asphalt oder Gräsern aufgefangen und von Mikroorganismen, die es in der Natur gibt, zersetzt. Diese Zersetzung hängt von der Temperatur, Feuchtigkeit und Bodenbeschaffenheit ab.

Es ist möglich, diesem Geruch bis zu 30 Tagen nachzugehen. Ein Hund ist in der Lage, immer den frischesten Trail zu identifizieren.

Für uns Menschen ist es deshalb wichtig, den Hund zu beobachten und ihm zu vertrauen und den Hund richtig lesen zu lernen, da wir selbst den Geruch nicht sehen oder riechen können und Voraussetzung bei Hund und Hundeführer ist körperliches und geistiges Fitsein, ein Trail eines fortgeschrittenen Teams kann oft über Stunden gehen. Beide sind dann einer großen Belastung ausgesetzt .

Zum Erlernen sollten nur kurze Trails gemacht werden, da der Hund durch tausende Gerüche seinen Trail absolvieren soll und erst die Zuordnung erlernen muss. Der Umgang mit bekannten Menschen, die er plötzlich ignorieren muss, der Straßenverkehr, anhalten und den Trail wieder fortsetzen muss erlernt werden.  Auch bei der Begegnung mit Artgenossen muss er lernen, dass sein Trail wichtiger ist.

Beim Trail gehen wir immer mit Leine, das richtige Handling muss erlernt werden, Hund wird nicht gelenkt sondern nur begleitet damit.  An seiner Art, wie der Hund sucht, sollte man erkennen, ob er noch auf seinem Trail ist. Ein gut trainierter Hund wird seine Spur selbst wieder aufnehmen. Beim Trail selbst sollte immer eine zweite Person, auch „Flanker“ oder Begleiter genannt, dabei sein um etwaigen Gefahren vorzubeugen. Z.B. Warnung eines Radfahrers, der über die lange Leine stürzen könnte, oder der Trail geht über ein eingezäuntes Grundstück, bei dem der Begleiter das Tor öffnen muss.

Beim Trail spielt der Wind eine sehr große Rolle. Jede Luftströmung verweht den Individualgeruch, so dass dieser auf verschiedensten Sträuchern, Hausmauern oder Zäunen wieder zu finden ist. Bei Kreuzungen ist es daher sehr wichtig den Hund genau zu kennen und zu „lesen“. Durch den Wind kann der Geruch bis zu mehreren hundert Metern getragen werden.

Erkennt der Hundeführer, dass der Hund den Trail verloren hat, sollte er diesen an die Stelle zurückführen, bei der er sich sicher war auf dem richtigen Trail zu gehen.

Deshalb ist es sehr wichtig, mit einem Mantrailhund keine Fährte mehr zu gehen, weil der Hund flexibel seinen Trail verfolgen muss. Nicht nur der Wind sondern auch das Wetter verändert unseren Individualgeruch. Ist es trocken und heiß, sterben die Mikroorganismen früher ab als bei feuchtem und kühlem Wetter. Regen belebt die Partikel, Minusgrade verkürzen den Geruch, ganz verschwinden wird der Geruch erst nach vielen Tagen (bis zu 30 Tage). Der Individualgeruch wird auch durch Nahrung und Medikamente verändert, der Hund kann aber die Abweichungen unterscheiden.

 

Kursleiter: WIRD DERZEIT NICHT ANGEBOTEN!!!